(AGENPARL) - Roma, 6 Giugno 2024 - (AGENPARL) – gio 06 giugno 2024 **Südtiroler Landtag**
Landtag
Plenarsitzung – Maßnahmen für Menschen mit Behinderung, Verblisterung
**Anträge von La Civica (mit SVP) und SVP**
Aufgrund der Bestimmungen zur „Par Condicio” beschränkt sich die Berichterstattung in der Vorwahlzeit der Europawahlen auf die wesentlichen Inhalte und verzichtet auf Namen. Die Arbeiten im Plenum werden jedoch wie üblich live auf und auf dem YouTube-Kanal des Landtags übertragen.
Die Grünen begrüßten den Antrag, auch weil es ein bestimmtes Bild von Menschen mit Behinderungen in den Köpfen der Menschen gebe: dass sie eine Art ewiges Kind seien. Dieses Bild sei fürchterlich – die Gesellschaft gestatte es Menschen mit Behinderungen nicht, erwachsen zu werden und die entsprechenden Bedürfnisse zu entwickeln. Dies sei aber ein wichtiges Thema. Der Vorschlag gehe zwar nicht weit genug, aber man werde dafür stimmen.
PD – Demokratische Partei bezog sich u.a. auf Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern zum Pflegegeld. Man schlage zu diesem Vereinfachungen vor.
Das Team K zeigte sich erfreut darüber, dass die politische Mehrheit zwei Beschlussanträge zum Thema Menschen mit Behinderung auf der Tagesordnung habe – das habe es in den vergangenen fünf Jahren noch nie gegeben. Assistenz und selbstbestimmtes Leben seien Themen, die man bereits öfter im Landtag hatte, die aber bisher immer abgelehnt worden seien. Man werde dem Antrag zustimmen. Doch den Arbeitstisch laut Punkt 1 brauche es nicht mehr.
Die Süd-Tiroler Freiheit erkundigte sich u.a. nach der Einstufung der Behinderung: Diese sei für manche ein großes Problem und eine Demütigung, die dazu führe, dass manche die Leistungen nicht in Anspruch würden. Es sei notwendig, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass es diese Dienste gebe und dass man diese in Anspruch nehmen könne.
JWA Wirth Anderlan schickte voraus, dass man den Antrag unterstützen werde und kritisierte u.a. die Ablehnung eines ähnlichen eigenen Antrags gestern, in dem es um die Regionalität bei Transportdiensten für Menschen mit Behinderungen ging. Es gelte zu handeln, besonders wenn es um die Schwächsten gehe – das Einrichten runder Tische genüge nicht.
Die SVP stimmte den Aussagen der Grünen zu und unterstrich, dass es der Auftrag sei, alle Menschen auch menschenwürdig zu behandeln.
Die zuständige Landesrätin erklärte in ihrer Replik u.a., dass es lange Wartelisten in den Wohnheimen gebe – selbstbestimmtes Wohnen könnte ein Lösungsansatz sein. Ihr Ressort schaue sich derzeit verschiedene Assistenzmodelle an und werde diese auf die Anwendung für Südtirol prüfen. Man wolle ein Leistungspaket für Jugendliche entwickeln. Der Beschlussantrag sei wichtig, sie wolle das Thema weiterentwickeln.
Der Erstunterzeichner des Antrags von La Civica unterstrich u.a., der Themenbereich sei ein komplexer. Einige Lösungsvorschläge, die in der Diskussion vorgebracht wurden, seien sehr konkret gewesen. Arbeitstische würden oft kritisiert, doch es sei wichtig, sich zu treffen und auszutauschen – insbesondere mit jenen, die betroffen sind. Punkt 2 sei zwar vage, solle aber eine Verpflichtung für eine junge Altersgruppe darstellen.
Der wurde einstimmig mit 31 Ja angenommen.
Anmerkung: Laut Prämissen des Beschlussantrags „portioniert und verpackt bei der Verblisterung die Apotheke (selbst oder über eine andere Apotheke als Dienstleister) im Reinraum die verordneten Medikamente einer Patientin oder eines Patienten nach Wochentagen und Tageszeiten sortiert in individuelle durchsichtige, recyclebare Verpackungen (Blister). Die Einbindung der Südtiroler Apotheken in das nationale System der Gesundheitsversorgung garantiert die Einhaltung aller relevanten Normen (Arzneimittelrückverfolgbarkeit, Rückrufe, …), sowie die Zweisprachigkeit. Durch spezielle Blisterautomaten werden die Arzneimittel aus verschiedenen Vorratsbehältern entnommen und als Einzeldosen portioniert. Diese richten sich nach den jeweiligen Einnahmezeitpunkten der Patienten/innen. Nach der Produktion werden die Blister mit einem zweiten System kontrolliert, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten. Dazu trägt auch ein zertifiziertes System zur Qualitätssicherung bei. Man sieht auf einen Blick, wann welche Tabletten zu nehmen sind und ob man an alle Einnahmen gedacht hat.“
Wie die Erstunterzeichnerin des Antrags von der SVP bei der Präsentation desselben u.a. unterstrich, sei die Medikamentenverblisterung eine rechtlich saubere Grundlage für die Mitarbeiter der Seniorenwohnheime. Eine effiziente Nutzung und Vermeidung von Verschwendung sei gerade auch im Medikamentenbereich wichtig, dies sei durch die Verblisterung möglich.
PD – Demokratische Partei erklärte u.a., er werde für den Antrag stimmen.
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