(AGENPARL) - Roma, 10 Agosto 2026 - Ακολουθεί άρθρο της εφημερίδας Handelsblatt (στα γερμανικά) με δηλώσεις του Διοικητή Γιάννη Στουρνάρα.
Anders als bei der Commerzbank – Athen für ausländische Beteiligungen
Griechische Geldinstitute gelten als attraktive Übernahmeziele. Die italienische Unicredit kauft sich bereits ein – und ist, anders als in Deutschland, willkommen.
Gerd Höhler
Athen. Während in Deutschland der Einstieg der italienischen Unicredit bei der Commerzbank heftige Abwehrreaktionen ausgelöst hat, werden ausländische Investoren in Griechenlands Bankensektor mit offenen Armen empfangen. Nach Ansicht des griechischen Zentralbankchefs Yannis Stournaras wären weitere Beteiligungen internationaler Finanzinstitute auf dem Weg zu einer europäischen Bankenunion ausdrücklich willkommen.
„Aus Sicht der Bank von Griechenland ist die Beteiligung ausländischer Finanzinstitute am Aktienkapital griechischer Banken durchaus wünschenswert", sagte Stournaras dem Handelsblatt. Grenzüberschreitende Zusammenschlüsse seien ein wichtiger Schritt, „um eine Bankenunion in Europa zu verwirklichen, die Fragmentierung zu überwinden und Skaleneffekte zu erzielen".
Dass internationale Banken Interesse an Griechenland zeigen, kommt nicht von ungefähr. Nach der jahrelangen Staatsschuldenkrise haben die Geldhäuser ihre
Bilanzen grundlegend saniert. Die jetzt vorgelegten Halbjahreszahlen belegen wachsende Erträge, eine anhaltend hohe Profitabilität, deutlich gesunkene Kreditrisiken und eine verbesserte Qualität der Aktiva.
Analysten sehen die Branche inzwischen als attraktives Investment. Die „robuste Performance", die hohe Dividendenrendite und die weiterhin günstige Bewertung machten griechische Banken zu einer „überzeugenden Chance für Anleger, die Wert und Wachstum suchen", schreiben Analysten der Deutschen Bank. Zugleich seien die Institute attraktive Kandidaten für Beteiligungen und Übernahmen.
Unicredit ist in Athen ein gern gesehener Investor
Wie willkommen in Griechenland solche Investoren sind, zeigt das Beispiel der Alpha Bank. Das kleinste der vier systemrelevanten Institute ging bereits Ende 2023 eine strategische Partnerschaft mit Unicredit ein. Damals übernahmen die Italiener vom staatlichen Bankenrettungsfonds HFSF zunächst 8,97 Prozent der Anteile. Inzwischen hält Unicredit 29,8 Prozent. Rund 70 Prozent befinden sich im Streubesitz. Marktbeobachter erwarten, dass Unicredit über kurz oder lang den Alpha-Aktionären ein Übernahmeangebot machen wird.
Anders als in Deutschland stößt Unicredit-Chef Andrea Orcel in Athen auf breite Zustimmung. Alpha-Bank-CEO Vasilis Psaltis und die griechische Regierung begrüßen den Einstieg ausdrücklich. Finanzminister Kyriakos Pierrakakis bezeichnet die Beteiligung als „deutlichen Vertrauensbeweis für die griechische Wirtschaft". Europa brauche „stärkere, technologisch fortgeschrittene Banken, die international wettbewerbsfähig sind und die Transformation der europäischen Wirtschaft finanzieren können".
Auch Notenbankchef Stournaras spricht von „einer sehr positiven Entwicklung für beide Banken". Orcel wiederum erklärte in diesem Jahr, die Investition habe „unsere Erwartungen deutlich übertroffen". Seit dem Einstieg der Italiener hat sich der Börsenwert der Alpha Bank verdreifacht.
Operativ präsentieren sich die vier systemischen griechischen Institute in guter Verfassung. Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Piraeus Bank erzielten im ersten Halbjahr 2026 zusammen einen Nettogewinn von 2,4 Milliarden Euro – zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamterträge stiegen um fünf Prozent, die Kernerträge aus Zinsen und Provisionen sogar um acht Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem das Vermögensverwaltungsgeschäft, Versicherungsdienstleistungen und das Brokerage.
Mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalrendite von rund zwölf Prozent liegen die griechischen Banken über dem Durchschnitt des Euro-Raums von zehn Prozent. Auch die Kapitalausstattung hat sich deutlich verbessert. Nach Berechnungen von DBRS Morningstar beträgt die durchschnittliche harte Kernkapitalquote (Tier 1) inzwischen 16,5 Prozent. Gleichzeitig steigt die Qualität des Eigenkapitals, weil die Institute die latenten Steuergutschriften abbauen, die sie 2012 als Ausgleich für den Schuldenschnitt auf griechische Staatsanleihen erhalten hatten.
Besonders eindrucksvoll ist der Abbau der Problemkredite. Lag die Quote notleidender Kredite (NPL) 2016 noch bei 55 Prozent, beträgt sie inzwischen nur noch rund drei Prozent und nähert sich damit dem Euro-Zonen-Durchschnitt von 2,2 Prozent an.
Übernahmefantasie an der Börse
Das Comeback der Branche spiegelt sich auch an der Börse wider. Der Athener Bankenindex FTSE/ATHEX Banks legte allein in den vergangenen drei Monaten um 21,4 Prozent zu. Trotz der Rally werden die vier großen Institute im europäischen Vergleich immer noch mit Bewertungsabschlägen gehandelt. Auch das macht sie aus Sicht der Deutschen Bank zu attraktiven Übernahmekandidaten.
Seitdem die Alpha Bank faktisch bereits an Unicredit gebunden ist, sehen die Analysten vor allem die Piraeus Bank und die Eurobank als interessante Ziele. Die Piraeus Bank sei wegen ihrer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung und ihres klaren Fokus auf den Heimatmarkt leicht integrierbar. Die Eurobank wiederum biete mit ihren Tochtergesellschaften in Südosteuropa zusätzliches Wachstumspotenzial in Märkten wie Bulgarien und Zypern.
Als mögliche Interessenten für Beteiligungen in Griechenland werden in Finanzkreisen italienische, französische und spanische Großbanken genannt.
Für Zentralbankgouverneur Stournaras reicht die Debatte über mögliche Synergien hinaus. Eine echte europäische Bankenunion könne nur funktionieren, wenn auch die politischen Voraussetzungen geschaffen würden, sagte er dem Handelsblatt. Dazu gehörten insbesondere die gemeinsame europäische Einlagensicherung (EDIS) und ein einheitlicher Mechanismus zum Krisenmanagement.
Erst dann könnten Kapital und Liquidität innerhalb Europas frei zirkulieren. Das würde nicht nur grenzüberschreitende Bankenfusionen erleichtern, sondern auch den Aufbau einer echten Kapitalmarktunion und eine effizientere Verteilung von Finanzmitteln in Europa ermöglichen.
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