(AGENPARL) - Roma, 30 Gennaio 2026(AGENPARL) – Fri 30 January 2026 Pressemitteilung Pressekontakt: Dipl.-Ing. Johanna Höller
Versuchszentrum Laimburg
Laimburg 6 – Pfatten | 39040 Auer | Italien
Pflanzenschutz und Rückstände: Wissenschaftliche Fakten für sichere Lebensmittel
Pflanzenschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion und trägt dazu bei, qualitativ hochwertiges Obst und Gemüse zu erzeugen. Ein sachgemäßer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geht dabei mit einer fundierten und korrekten Interpretation von Rückständen einher. Moderne Analytik, wissenschaftliche Bewertung und eine sachliche Einordnung sind entscheidend, um die Sicherheit von Lebensmitteln beurteilen zu können.
Die Landwirtschaft ist ein zentrales Standbein Südtirols und Grundlage für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel. Pflanzenschutz ist dabei ein wesentlicher Bestandteil und steht im Zentrum einer komplexen Debatte. Zulassung und Anwendung von Wirkstoffen unterliegen strengen wissenschaftlichen Bewertungsverfahren und einem sich ständig weiterentwickelnden Rechtsrahmen. Gleichzeitig stehen landwirtschaftliche Betriebe vor der Herausforderung, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zunehmend eingeschränkt wird, während biologische und alternative Verfahren zwar an Bedeutung gewinnen, aber noch nicht immer in ausreichendem und praxistauglichem Maße zur Verfügung stehen. Eine wissenschaftlich fundierte Bewertung von Rückständen stellt sicher, dass ihre Bedeutung korrekt eingeordnet und die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verlässlich eingeschätzt wird.
Rückstände richtig interpretieren
Aktuelle Berichte des Pesticide Action Network (PAN) Europe greifen Untersuchungsergebnisse zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Äpfeln aus Südtirol auf. Bei der Bewertung von Analyseergebnissen ist entscheidend, zwischen dem Nachweis eines Rückstands und einer möglichen gesundheitlichen Relevanz zu unterscheiden. Für die Risikobewertung ist nicht allein das Vorhandensein einer Substanz ausschlaggebend, sondern vor allem deren Konzentration sowie die tatsächliche Exposition. Rückstände werden in Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) gemessen. Maßgeblich für die gesundheitliche Bewertung sind die Rückstandshöchstgehalte, die mit großen Sicherheitsabständen festgelegt werden. Rückstandshöchstgehalte werden für jeden Wirkstoff und jedes landwirtschaftliche Erzeugnis jeweils einzeln festgelegt und garantieren deren Sicherheit. Medienberichten zufolge sind in der PAN-Studie die Rückstandshöchstgehalte nicht überschritten worden, weswegen es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Der sachliche Umgang mit Rückstandsdaten und deren korrekte Einordnung ist wesentlich, um die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln fundiert zu bewerten, Risiken realistisch einzuschätzen und wirksame Maßnahmen abzuleiten.
Pflanzenschutz heute und morgen Der Pflanzenschutz befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von strengeren regulatorischen Vorgaben, wissenschaftlichen Innovationen und dem zunehmenden Bedeutungsgewinn nachhaltiger Alternativen. Trotz komplexer Zulassungsverfahren, die in der EU zu den strengsten weltweit zählen, bleibt Pflanzenschutz ein unverzichtbarer Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion. In der angewandten Forschung arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen des Versuchszentrums Laimburg an kombinierten Ansätzen, darunter Präzisionsbehandlungen, biologische Bekämpfungsstrategien sowie die Entwicklung resistenter und resilienter Pflanzensorten. Das Labor für Rückstände und Kontaminanten liefert durch die Analyse von Rückständen in Agrarprodukten, Boden und Wasser eine wichtige Grundlage für die objektive Bewertung von Pflanzenschutzmaßnahmen.
Das Versuchszentrum Laimburg
Das Versuchszentrum Laimburg wurde 1975 gegründet und ist das Forschungszentrum für die Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelqualität. Durch wissenschaftlich fundierte Versuchstätigkeit und Forschung entwickeln wir Know-how, erarbeiten Problemlösungen und Innovationen für die Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Mit unserer Forschung sichern wir den Anbau und die Herstellung hochqualitativer landwirtschaftlicher Produkte in Südtirol und decken die gesamte Kette der Lebensmittelherstellung vom Anbau bis zum fertigen Produkt ab. Im Berggebiet trägt unsere angewandte Forschung zur Unterstützung und Förderung der Vielfalt lokaler Kulturen bei. Somit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Entwicklung der lokalen Betriebe. Unser Tätigkeitsprogramm stimmen wir jedes Jahr mit Vertreterinnen und Vertretern der Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung ab. Damit ist gewährleistet, dass unsere Forschungs- und Versuchsprogramme direkt auf die konkreten Erfordernisse der Praxis in Südtirol ausgerichtet sind. Über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an etwa 350 Forschungs- und Versuchsprojekten – sowohl in unseren Labors in Pfatten und am NOI Techpark als auch auf den Versuchsflächen der Agentur Landesdomäne, mit der wir eine historische und partnerschaftliche Zusammenarbeit pflegen.
Abbildungen und Fotocredits:
Abb. 1: Im Labor für Rückstände und Kontaminanten werden Analysen zur Quantifizierung von Pflanzenschutzmittelrückständen durchgeführt.
© Laimburg Research Centre/Ivo Corrà
Abb. 2: Pflanzenschutz als unverzichtbarer Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion
© Laimburg Research Centre/Ivo Corrà
Das Laimburg Journal ist die digitale Plattform für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen des Versuchszentrums Laimburg. Es dient dem Transfer von Know-how und der Verbreitung von Fachwissen im Bereich der Agrar- und Ernährungswissenschaften sowie verwandter Wissenschaften. Konsultieren Sie die neuesten Veröffentlichungen kostenlos unter laimburg.journal.it
