(AGENPARL) - Roma, 9 Febbraio 2024 - (AGENPARL) – ven 09 febbraio 2024 **Südtiroler Landtag**
Gleichstellungsrätin
MINT-Studienfächer und Berufe noch wenig „weiblich“: Morandini zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft
**Der 11. Februar ist eine Gelegenheit, um über die weibliche Präsenz in der Wissenschaft nachzudenken und junge Frauen dazu anzuregen, ihren Weg in MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) einzuschlagen**
Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wird alljährlich am 11. Februar begangen. Dieser wurde 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt, um junge Mädchen zu ermutigen, sich für einen wissenschaftlichen Beruf zu entscheiden, aber ebenso um das Bewusstsein für die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in den MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) schärfen.
Denn bei der Wahl des Studiums und der beruflichen Laufbahn besteht noch immer ein deutliches geschlechterspezifisches Ungleichgewicht: Frauen und Mädchen sind in der Wissenschaft nach wie vor unterrepräsentiert. „Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bereits in den frühesten Phasen der Ausbildung zu beseitigen”, betont Gleichstellungsrätin Michela Morandini anlässlich des Aktionstages.
In Südtirol zeigen die ASTAT-Daten aus dem Jahr 2023 eine höhere Universitätseinschreibequote von Frauen als von Männern. Bei der Wahl von MINT-Studiengängen fällt jedoch eine erhebliche Diskrepanz auf: Nur 10 Prozent der Studienanfängerinnen entscheiden sich für diese Fächer, demgegenüber sind es bei den Studienanfängern ein Drittel. Dieses Missverhältnis unterstreiche, so Morandini, „die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen zur Schließung des Gender Gap in diesem Bereich, vor allem durch die Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen, die die Bildungs- und Berufswahl beeinflussen“.
Wenn man die Nobelpreisträger und -trägerinnen seit 1901, dem Jahr der ersten Verleihung, betrachtet, dann gingen von den insgesamt 965 vergebenen Auszeichnungen lediglich 65 an Frauen – im wissenschaftlichen Bereich reduziert sich die Zahl der Preisträgerinnen gar auf 26, einschließlich der Nobelpreise für Wirtschaftswissenschaften. „Nichtsdestotrotz ist es unerlässlich, den bedeutenden Beitrag von Frauen zum wissenschaftlichen Fortschritt im Laufe der Geschichte anzuerkennen und darauf hinzuweisen, dass viele Frauen aufgrund sozialer und kultureller Einschränkungen ihr Potenzial vergeudet haben, was die geringe Zahl von Preisträgerinnen im Verhältnis zu deren Kollegen erklärt“, sagt Gleichstellungsrätin Morandini. 2023 erhielten Persönlichkeiten wie Anne L’Huillier (Physik), Katalin Karikò (Medizin) und Claudia Goldin (Wirtschaft) einen der prestigeträchtigen Nobelpreise in den wissenschaftlichen Disziplinen, was die wichtige Rolle der Frauen in der Wissenschaft hervorhebt, die wesentlich für den Fortschritt ist.
„Ein erster Schritt im Kampf gegen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern besteht sicher darin, einige stark verwurzelte Vorurteile auszuräumen”, meint Morandini. Es sei unabdingbar, „einen kulturellen Wandel zu fördern, der strukturelle Barrieren beseitigt und es Frauen und Mädchen ermöglicht, ihre Fähigkeiten auch in wissenschaftlichen Disziplinen frei zu entfalten“. Initiativen wie gezielte Bildungsprogramme, durch welche geschlechtsspezifische Stereotypen abgebaut und die Beteiligung von Frauen an MINT-Fächern gefördert werden, seien unerlässlich für das Gestalten einer Zukunft, in der sich die wissenschaftlichen Talente von Frauen ungehindert entwickeln können.
In diesem Sinne ist der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft ein Aufruf, sich für die Schaffung eines inklusiven und vielfältigen wissenschaftlichen Arbeitsumfelds einzusetzen. Nur durch konkrete Anstrengungen kann sichergestellt werden, dass Frauen und Mädchen die gleichen Chancen haben, zum wissenschaftlichen und technischen Fortschritt beizutragen wie Männer. „Entschlossenheit allein reicht nicht aus“, hebt Morandini hervor und ergänzt: „Es ist ebenso wichtig, günstige Bedingungen für Wissenschaftlerinnen zu schaffen, damit sie ihre Talente und Ambitionen voll zum Ausdruck bringen und entfalten können.“
**(GSR)**
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